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Informationen und Anekdoten über die Kirche San Lorenzo in Montiglio

Ein kleines Vorwort:
Alles was Sie hier finden, wurde von‚ erfahrenen’ Besuchern dieser Kirche in den letzten Jahren zusammengetragen
.

LAGE:
Der Kirchenbau ist von Osten (Apsis) nach Westen (Haupteingang) orientiert. Dies ermöglicht das ganze Jahr lang eine gute Beleuchtung und Erwärmung der Kirche. Im eng christlichen Sinn machen wir eine Entdeckung: der Ursprung des Christentums lag im Morgenland und hier gilt: der Süden ist die Seite des Lebens und die Nordseite die der Toten. Früher war der Dorffriedhof eben an dieser Seite.

PIEVE:
Das hochitalienische Wort für (Land-)Pfarrhaus kommt aus dem Latein ( Plebs = Volk). Aus Plebs auch Plebanus oder Piovanus = (Land-) Pfarrer. In ganz Italien ist der Familienname Piovano \ Pievano gut verbreitet.
Der Plebanus lebte von der Decima = Zehntel, eine 10% Steuer auf die Landprodukte, die während des Sonntags- Gottesdienstes abgegeben wurde.
Bis vor kurzem standen noch die Frauen und Kinder in der Kirche links und die Männer rechts. Die Männer blieben aber erstmal im Kirchenhof, um die Decima auszuhandeln.
Beim Offertorium kam eine Frau nach draußen mit der Bitte an die Männer einzutreten, um die vereinbarte Decima dem Pfarrer auszuhändigen. Diese Tradition gibt es heute in unseren Dörfern nur noch an besonderen Feiertagen.

ZEIT:
Diese Pieve wurde anno 1180 dem heiligen Laurentius geweiht, der später zum Patronus = Schutzherr von Montiglio wurde. Der Kult um Laurentius wurde um 1000 PD vom St. Maximinus, Bischof zu Mailand, nach Monferrato ge-bracht. Laurentius ist der erste Märtyrer der weströmischen Kirche, wobei Sebastianus der erste der oströmischen Kirche ist

BAUSTOFFE:
Neben Bauziegeln wurde unsere Kirche mit .Eckestein' gebaut. Dieser Naturbaustoff wird manchmal falsch (vulkani-scher) Tuffstein genannt. Der „junge " .Eckestein' ist kurz nach dem Abbau vom Bergwerk sehr weich, wird aber schnell hart durch den Kontakt mit Luft. 

STRUKTUR:
Ursprünglich hatte die Kirche ein Mittelschiff und zwei Seitenschiffe. Im Laufe der Jahrhunderte zerfiel die Holzdecke und wurde durch ein Tonnengewölbe um 1850 ersetzt. Einige halbsechseckige Säulen wurden als statische Träger umgebaut. Vor dem Haupteingang wurde auch ein Säulengang eingebaut aber 1953 entfernt.  

KAPITELLEN: (oberer Säulenabschluß)
Die vorhandenen korinthischen Kapitelle sind nach französischer Schule, Saintonge, Westfrankreich. Zu deren Thematik gehören Landwirtschaft, Heidentum und christliche Symbolik.

UMWELT:
Das Gebiet war im Frühmittelalter wild und reich an Wäldern. Es wurde von heidnischen Kelto-Römern bewohnt. Der zuständige Bischof zu Piacema sendete seine Mönche als Missionare. Das ist einer der Gründe warum das Asti-Gebiet reich an Pievis wurde

EIGENHEIT DES GEBÄUDES:
Eine Eigenheit wurde schon von vielen der über 8.000 Besucher festgestellt: Am Ausgang gehen die meisten nach rechts ( Lebensseite) oder nach vorne (Sonnenseite ) und kaum einer nach links (Todesseite). Bitte prüfen Sie!


 

INNENRAUM siehe Plan Rückseite

foto di riferimento interno San Lorenzo

  1. Grabstein aus 568 – 571 A.D. aus der Zeit der Völkerwanderung der Langbarden und Sachsen in Italien. Die Funde gehören Herrn Prof. Olimpio Musso, der die Aufschrift so interpretiert: „Sahsmar (H)ic Qui(e)si(t) in (Pacem)“ = Ein ( Sachsen) Sahsmar ruht hier in Frieden.

  2. Die zwei figuren am Kapitellen können dreifach gesehen werden:
    -
    Adam und Eve nach der Ursünde in der Windung der Sündenschlange;
    -
    Zwei Fauni (Römische Wildmänner)
    -
    Zwei Weinbauer beim Traubenpressen

  3. Zwei Gegenstände waren dem Plebanus zugeschrieben: ein Schrank für seine Werkzeuge und ein kleines rituelles Waschbecken

  4. Zwei Sirenen mit Doppleschwanz sind im Mittelalter Symbol der Sünde und erinnern den zeitgenössischen Zuschauer an die schlechte Lage der Frau in jener Kultur.  

  5. F.  Diese zwei Tiere waren wahrscheinlich ursprünglich an der Frontfassade . Sie stellen das Gute (Lamm, E) und das Böse dar (Manticora, F - ein altpersisches Wort für der Menschenfresser = Tiger)

Fenster im Norden sieht man den Urofagus, die Schlange, die ihren Schwanz beißt. 
Sie ist ein keltisches Symbol der Ewigkeit,
sie repräsentiert den Kreislauf von Leben und Tod und durch ihre Fähigkeit der Selbsterneuerung ein Symbol der Wiedergeburt.


 

BESONDERHEITEN DES GEBÄUDES ( Außen )

 

  1. Im Oberteil der Apsis kann man noch Gesichter erkennen, die leider sehr verwittert sind.. Sie stellen Ungeheuer dar, die böse Geister fernhalten sollen

  2. Die Nordseite ist viel ärmer in Dekorationen als die Südseite (Tot gegenüber Leben).

  3. Südseite: an der Decke verschiedene Symbole: sie sollten den Reisenden über die umliegenden Pievi unter-richten. Die Via Francigena, der Weg Rom – Frankreich ist doch nicht weit von hier

  4. Beim Fenster ein Kobra-Kopf: für Christen stellt es das Böse dar, aber im Morgenland bedeutete es die Macht, die Energie, die Fruchtbarkeit: am Kopfschmuck der Pharaonen war es zu sehen.  

  5. An der Fassade, unter rechts: ein beschrifteter Stein „Hic e(st) Moni(mentum)“, hier ist ein Grabmal

Diese Ausführungen werden allen Lorentz und Laur, oder Laurentius und Laurentia gewidmet

                                                                                                                   Francesco Ciravegna

 

ANDERE INTERNET-SEITEN AUF DER KIRCHE VON HEILIGEM LAURENTIUS:

 

 

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